Maschinenkosten berechnen
Dieser Artikel ist der Fachzeitschrift der Gartenbau in der Ausgabe 13/2019 erschienen. Autor: Patrik Frei
Geräten und Maschinen erhöhen auf Baustellen die Produktivität und verkürzen im allgemeinen die Dauer der Ausführungen. Dieser Optimierungsprozess geht einher mit der Kalkulation: dem richtigen Berechnen der Geräte- und Maschinenkosten.
Der Kauf von Maschinen/Geräten führt zu Kosten. Diese werden in Anlage- und Betriebskosten unterteilt. Anlagekosten oder auch fixe Kosten genannt entstehen Auftragsunabhängig und sind wiederkehrend. Dazu zählen im wesentlichen die Amortisation (Wertminderung), Kapitalverzinsung, Versicherungen, Verkehrssteuern oder der Lagerplatz (z.B. Garage).
Die Amortisationsdauer einer Maschine beträgt in der Praxis meist zwischen fünf und zehn Jahren. Sie ist nicht mit der Lebensdauer gleichzusetzen. Am Beispiel einer Bodenfräse ist dies besonders deutlich zu erkennen: Sie kommt nur wenig zum Einsatz und erreicht dadurch eine Lebensdauer von über 20 Jahren.
Die Anlagekosten werden auf eine Betriebsstunde umgelegt. Hierzu wird das ermittelte Total Anlagekosten durch die voraussichtlich erreichten Betriebsstunden pro Jahr dividiert. Somit sinken die Kosten bei höheren Einsätzen wie in der Darstellung 1 deutlich zu erkennen ist.
Betriebskosten (auch variable Kosten genannt) sind Kosten, welche nur bei einem Einsatz entstehen. Dazu zählen Energiekosten, Reparatur und Revision (Verschleiss wie Pneu) und Schmiermittelkosten (Berechnung Beispiel Darstellung 2). Maschinenintensive Aufträge generieren somit höhere variable Maschinenkosten als maschinenarme.
Technische Neuerungen und Optimierungen auf dem Markt reduzieren die Energiekosten. Einerseits wird die Effizienz inklusive Verbrauch optimiert und andererseits kommen vermehrt umweltschonende Antriebstechniken zum Einsatz.
Die Auswahl der geeigneten Maschine optimiert die Betriebskosten. Einen grossen Anteil trägt auch der Maschinist dazu bei. Mit seiner Erfahrung kennt er die Risiken und Gefahren und kann so die Reparaturkosten deutlich senken. Vorwiegend bei kleineren Maschinen optimiert er auch die Leerlaufzeiten, was sich auf den Energieverbrauch und die Servicekosten auswirkt. Besonders im Hinblick auf den vermehrten Einsatz von GPS-Sender, mit welchen die automatische Rapportierung möglich wird, ist diesem Punkt vermehrte Beachtung zu schenken. Grössere Bagger als Beispiel haben heute standartmässig ein Motorabschalt- und Leerlaufmanagement eingebaut.
Begriffe
Anlagekosten (fixe Kosten): So werden in der Betriebswirtschaft jene Kosten bezeichnet, die in jedem Fall anfallen, unabhängig davon, ob und wieviel tatsächlich produziert wird.
Betriebskosten (variable Kosten): Sie entstehen im direkten Zusammenhang mit der Leistungserstellung. Die Energiekosten gehören bei Maschinen und Geräten klassisch dazu.
Einzelkosten: Das sind in der Kostenrechnung jene Kosten, die einem Objekt/Leistung (Kostenträger) direkt zurechenbar sind.
Gemeinkosten: So werden in der Kostenrechnung Kosten (z.B. Verwaltung) bezeichnet, die dem Kostenträger nicht direkt zugerechnet werden können.
Nachdem die Kosten für eine Maschine eruiert sind, stellt sich rasch die Frage «Ab welchem Zeitpunkt rentiert die Maschine?». Dazu benötigen wir den Nettorerlös pro Stunde, der als Beispiel aus dem jährlich erscheinenden Regietarif für Gärtnerarbeiten beigezogen werden kann. Der Nettoerlös abzüglich den Betriebskosten pro Stunde ergibt den Deckungsbeitrag pro Stunde. Im Anschluss folgt eine klassische Nutzschwellenberechnung, die mit dem Break Even Point jenen Punkt eruiert, an dem weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet wird. Mit allen danach generierten Maschineneinsatzstunden wird ein Gewinn erwirtschaftet (Beispiel Darstellung 3).
Der Verrechnungsansatz pro Stunde ergibt sich aus den betriebsindividuellen Kosten und Überlegungen und sollte in jedem Fall der Verwendung von allgemeinen Richtwerten vorgezogen werden. Als Basis für die Berechnung dienen die Einzelkosten (Total Anlage- und Betriebskosten). Auf diesen wird ein Gemeinkostenanteil aufgerechnet. Der Zuschlag beinhaltet nicht zurechenbaren Kosten wie Verwaltungs- oder Werbeaufwand. Einzelkosten plus Gemeinkosten ergeben zusammen die Selbstkosten, zu denen der gewünschte Gewinn addiert wird.
In jedem Geräte- und Maschinenpark einer Gartenbauunternehmung finden sich Geräte und Maschinen, welche die Nutzschwelle nicht überschreiten. Dieser Umstand sollte hinterfragt werden. Eine Ausmietung würde zu höheren Betriebsstunden führen. Bei geringen Maschineneinsatzstunden wäre ein Einmieten sinnvoller, um nicht zuletzt die Betriebsstruktur schlank zu halten. Dem gegenüber stehen die Verfügbarkeit und Flexibilität, weshalb vielerorts nicht in jedem Fall kostendeckende Geräte und Maschinen im Einsatz stehen. Welche Variante zum Tragen kommt hängt auch stark vom Umstand ab, welches Angebot an mietbaren Geräten und Maschinen in der Region vorhanden ist.
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