Der Betriebsblindheit entgegenwirken
Dieser Artikel ist der Fachzeitschrift g'plus in der Ausgabe 25/2019 erschienen. Autor: Patrik Frei
Eine Vielfalt von Aufgaben lösen Unternehmer aus der Grünen Branche in Klein- und Mittelunternehmen (KMU) tagtäglich im Alleingang und suchen nach kompetenten Gesprächspartnern mit denen die Entscheidungsfindung erleichtert wird.
Eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten zur gegenseitigen Unterstützung sind Erfahrungsaustauschgruppen (ERFA-Gruppen). Durch den regelmässigen Informationsaustausch wird eine auf den Bedürfnissen aufbauende Unterstützung angeboten und betriebswirtschaftliches Wissen weiter vertieft. Spezifische Gruppen wie aus Gartenbau-Unternehmungen bestehende bieten weiter den Vorteil, sich auf Augenhöhe fachlich zu begegnen und die Probleme direkt Lösungsorientiert anzupacken.
Die Gruppe setzt sich optimalerweise aus 8 bis 10 Mitglieder zusammen, welche nicht direkt in Konkurrenz stehen und eine ähnliche Betriebsstruktur aufweisen. Die Bereitschaft zwischen 3 und 4 Sitzungen jährlich aktiv mit zu gestalten wird durch ein attraktives Weiterbildungsprogramm, ein Wissensvorsprung gegenüber der Konkurrenz oder der Kontaktpflege innerhalb der Branche belohnt.
Immer wiederkehrende Wunschthemen von Mitgliedern stammen aus den Bereichen Human-, Ressourcen- oder Unternehmensmanagement und werden zeitnah integriert. Die Kennzahlenberechnung mit einer umfassenden Analyse zeigt weiter auf, wo Stärken und Schwächen vorhanden sind und wo Gefahren und Chancen der Mitgliedern lauern können. Produkteneuheiten und deren Umsetzung oder Neuerungen von Normen fliessen ebenfalls regelmässig ein, womit auch fachliche Themen sich zu den umfassenden betriebswirtschaftlichen gesellen.
Der Organisator und Moderator geht aktiv auf die Bedürfnisse der Mitglieder ein und strukturiert das Jahresproramm. Nur ein attraktives Angebot wirkt nachhaltig auf den Bestand einer Gruppe aus. Als Moderator lenkt er in den Prozessen die Idee oder Entscheidung und bringt sein Wissen aus der Praxis ein oder deckt dieses mit Hilfe externer Experten ab.
Herr Grab. Sie sind seit vielen Jahren Mitglied einer ERFA-Grupp. Welches waren die Beweggründe der Gruppe beizutreten?
Ich erhoffte mir in erster Linie Impulse für meine Tätigkeit als Inhaber einer Ga-La-Bau-Firma. Durch den fachlichen Austausch und die Diskussion über Erfahrungen mit Neuheiten kann man Fehler vermeiden oder erhält wertvolle Anregungen. Meine Hoffnungen und Erwartungen wurden mehr als erfüllt.
Wie erwähnt, Sie sind schon lange (fast 30 Jahre) Mitglied einer ERFA-Gruppe. Wird es denn nicht monoton oder langweilig?
Nein, im Gegenteil. Gerade der alljährliche Kennzahlenvergleich führt zu einem kleinen Wettstreit unter den Mitgliedern. Man möchte dauernd besser werden. Der ehrliche Fachaustausch und die Infos zur Marktlage in den einzelnen Betrieben führt zu interessanten Gesprächen. Mit missen möchte ich auch den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Bei den gegenseitigen Betriebsbesuchen und interessanten Besichtigungen erhält man Anregungen für den eigenen Betrieb. Aber auch Antworten auf ganze einfache oder sogar banale Fragen die den Unternehmer im Alltag beschäftigen schätze ich sehr.
Wie profitieren Sie konkret bei Ihrer täglichen Arbeit aus den Treffs der ERFA-Gruppe?
Ganz generell bin ich überzeugt, dass die Mitgliedschaft eine Effizienz- und Rentabilitätssteigerung bringt. So denke ich an die Einführung von Neuerungen oder bei den Betriebsbesuchen die Beurteilung der Arbeitsabläufe durch die anderen Mitglieder. Auch erhielt ich wertvolle Hinweise zur Mitarbeiterführung.
Welche Voraussetzungen muss ein Mitglied einer ERFA-Gruppe mitbringen?
Ein Mitglied muss offen sein. Sei es nun für neues oder das man Erfahrungen – positive wie auch negative – den anderen Gruppenmitgliedern mitteilt. Es gilt das Motto: Nur wenn man etwas gibt, so erhält man auch etwas. Zudem muss man ehrlich sein. Im Weiteren gehört Verschwiegenheit zu den zentralen Vorausseitzungen. Erfüllt man diese Voraussetzungen entsteht in der Gruppe auch ein Vertrauensverhältnis.
Was schätzen Sie an den Treffs am meisten?
Bei jedem Treff kann man etwas nach Hause mitnehmen. Immer wieder sieht man etwas Neues, sei es auf der Baustelle (wie machen es die anderen), ein neues Gerät oder ein Formular im Büro. Ganz speziell schätze ich natürlich die gemeinsamen Mittagessen und die tollen Kollegen. Und wenn die Zeit dann auch noch für ein Dessert reicht, so nehme ich auch ein Kilo
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